Carnival ist a huge festival – Karnevalisten, Polizei und Stadt geben Tipps zum Brauchtum

Veröffentlicht am: 12.02.2020

Gaben Langenfelder Asylbewerber/innen Tipps zum Karneval und zum Brauchtum im Rheinland (v.l.): Thomas Wedell vom städtischen Integrationsbüro, Prinzengarde-Präsident Jochen Buff, Referatsleiter Recht und Ordnung, Christian Benzrath und Polizeihauptkommissar Michael Schindowski von der Kreispolizeibehörde Mettmann.

Auf Wunsch der städtischen „Kümmerer“ und verschiedener Bewohner der Asylbewerberunterkünfte erläuterten jetzt Vertreter von Ordnungsamt, Polizei und des Langenfelder Karnevals in den drei Langenfelder Unterkünften Tradition und Formen des rheinischen Frohsinns.

„Die Aktualisierung der in den letzten Jahren in den Heimen ausgehängten Informationen stand sowieso an und so konnte der Hinweis gleich aufgenommen werden“, berichtet Thomas Wedell vom städtischen Integrationsbüro. Als Projekt des Kriminalpräventiven Rates wurde eine neue Broschüre aufgelegt, die in Deutsch, Englisch und Arabisch die wichtigsten Informationen und Verhaltensregeln enthält. Mitgetragen wird das Projekt von den Veranstaltern der Langenfelder Karnevalsumzüge, dem Festkomittee Langenfelder Karneval, dem RCC aus Reusrath und der IG Bercheser Karenval.

„Wir freuen uns über jeden Jeck – egal woher er kommt“, unterstreicht Jochen Buff das Engagement. Als Mitarbeiter des Rathauses erklärte er sich bereit, stellvertretend für den Karneval das Ordnungsamt und die Polizei bei der Information zu unterstützen. Als Präsident der Prinzengarde und ehemaliger Prinz Karneval ist er ausgewiesener Experte. „Ich durfte den Bewohnern die Historie des Festes und wichtige Elemente des Brauchtums vermitteln, sie einladen sich selbst und ihre Kinder zu kostümieren, mitzufeiern oder dem bunten Treiben auch erstmal zuzusehen“, erklärt Buff die erste zentrale Botschaft des Projektes.

Polizeihauptkommissar Michael Schindowski von der Kreispolizeibehörde Mettmann hingegen ist Experte im interkulturellen Dialog. Ihm ist es wichtig, durchaus auch mit klaren Worten das exotische Verhalten zu Karneval und seine Grenzen aufzuzeigen. „Es fällt ja auch so manchem Bayern, Westfalen oder Hanseaten schwer, das überschwängliche Bützen und Schunkeln richtig zu deuten“, erklärte er den Beratungsbedarf für Geflüchtete. „Und auch im Karneval gelten natürlich bestimmte Regeln fort, das muss man erklären“. „Nein, heißt nein. Dies gilt unabhängig davon, wie sich ein Karnevalist und insbesondere Frauen kleiden oder kostümieren, ob sie Alkohol zu sich genommen haben oder selbst andere Menschen umarmen, küssen oder dergleichen“, unterstreicht er eine zweite zentrale Botschaft der Kampagne.

Ergänzt wird die Karnevalsnachhilfe durch Regeln des Jugendschutzes. „Wer darf was trinken, wo geht man zur Toilette und bei wem bekommt man Hilfe“, diese Fragen beantwortete Christian Benzrath als Leiter des Ordnungsamtes und Koordinator der Kriminalprävention in der närrischen Infostunde.