Eröffnung des neuen Hochzeitsgartens „PikoPark“ am Rathaus
Hinter dem Langenfelder Rathaus ist ein neuer Hochzeitsgarten entstanden, der als naturnaher Park gestaltet wurde und künftig einen besonderen Rahmen für Trauungen bietet. Der Garten trägt den Namen PikoPark. „Piko“ leitet sich von dem italienischen Wort piccolo („klein“) ab und verweist auf den Charakter der Anlage: klein in der Größe, aber fein in der Gestaltung. Mit seiner naturnahen Bepflanzung schafft der PikoPark eine stimmungsvolle Atmosphäre für Hochzeiten.
Die neu gestaltete Fläche bietet Brautpaaren und ihren Gästen nach der standesamtlichen Trauung einen fotogenen Rahmen und schafft gleichzeitig vielfältige natürliche Lebensräume – ein Ort zum Staunen, Verweilen und Entdecken.
Der PikoPark verbindet Ästhetik und Ökologie: Gehölze, Beete mit gepflanzten Stauden, Trockenmauern, Totholz und eine angesäte Wildblumenfläche bieten Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinstlebewesen. Die Pflanzenauswahl besteht überwiegend aus heimischen Arten, die ökologisch besonders wertvoll sind und sich auch nach langer Trockenheit gut regenerieren. Teilweise wurden Pflanzenarten eingesetzt, die jeweils über 100 heimischen Lebewesen als Nahrungsquelle und Lebensraum für die Fortpflanzung dienen.
Bürgermeister Gerold Wenzens betont: „Der PikoPark vereint auf besondere Weise Freude, Natur und Nachhaltigkeit. Für viele Brautpaare wird er künftig Teil eines unvergesslichen Tages sein – und zugleich entsteht hier ein wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere mitten im Herzen unserer Stadt.“
In den mit Natursteinen aus Bergischer Grauwacke eingefassten, halbhohen Beeten wurden drei verschiedene Bodensubstrate verwendet, darunter, neben dem vorhandenen Boden, Lavasubstrat und ein nährstoffarmes Gemisch aus Schotter und ein wenig Kompost. In den kommenden Jahren sollen auf diese Weise neue Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welches Substrat im Hinblick auf Pflanzengesundheit und Pflegeaufwand besonders geeignet ist und künftig verstärkt im Stadtgebiet eingesetzt werden sollte.
Abgedeckt sind die Hochbeete zusätzlich mit einer mineralischen Mulchschicht, die vor Austrocknung schützt und das Unkrautaufkommen vermindert, ohne den Boden zusätzlich mit Nährstoffen anzureichern und zu versauern, wie es etwa bei Rindenmulch der Fall ist. Diese Kombination ermöglicht es, dass die Pflanzflächen bei Trockenheit nur in der Anwuchsphase bewässert werden müssen. Auch die Pflege ist bewusst reduziert: Im Winter bleiben beispielsweise einige Stängel stehen, in denen sich Insekteneier befinden, und nur Pflanzen, die sich ungewollt stark ausbreiten, werden selektiv entfernt.
Der PikoPark verdankt seine besondere Gestaltung der Kreativität und dem handwerklichen Können der Mitarbeiter des Betriebshofs, die sowohl die Planung als auch die Umsetzung mit großem Engagement ausgeführt haben. Verena Wagner vom städtischen Klimaschutz-Team im Referat 530 begleitete das Projekt beratend.
Thomas Küppers, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, ergänzt: „Die Fläche dient nicht nur als lebendiges Trittsteinbiotop inmitten der Stadt. Mit seiner Verbindung von Naturschutz, Nachhaltigkeit und städtischer Ästhetik ist der PikoPark ein kleiner, aber wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung.“
Die Realisierung des PikoParks wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) durch Mittel aus dem „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK)“ gefördert.
Der neue PikoPark soll zugleich ein Auftakt für weitere Projekte dieser Art sein: Ein zusätzlicher Standort befindet sich bereits in Planung, um noch mehr naturnahe Orte dieser Art im Stadtgebiet entstehen zu lassen.
Der PikoPark lädt auch Besucherinnen und Besucher ein, ein kleines Stück Stadtnatur zu erleben und Ideen für den eigenen Garten zu finden. Er zeigt, wie selbst auf kleiner Fläche, Biodiversität gefördert und naturnahes Gärtnern praktisch umgesetzt werden kann. Wer Interesse an einer geführten Erkundung hat, meldet sich per Mail beim städtischen Klimaschutz-Team unter
klimaschutz@langenfeld.de
Übrigens: Wer die Anregungen im eigenen Garten in die Tat umsetzen möchte, kann von der Stadt Langenfeld sowohl individuelle Beratung als auch finanzielle Unterstützung erhalten: Das Förderprogramm „Insektenfreundlicher Garten“ hilft beim Pflanzen heimischer, ökologisch wertvoller Bäume, Sträucher und Stauden. Mehr Infos sowie alle Antragsunterlagen finden Sie unter: www.langenfeld.de/klimaschutz im Bereich Förderprogramme und auf www.langenfeld-summt.de.