Wichtige Regeln für positiv getestete Personen und deren Angehörige

Veröffentlicht am: 09.12.2020

Die wesentlichen Infos zu den neuen Quarantäneregeln im Überblick

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) verändert sich die Lage auch in Langenfeld in kurzen Abständen.

Mit der Quarantäneverordnung des Landes NRW (Verordnung zur Regelung von Absonderungen nach § 30 des Infektionsschutzgesetzes) gelten die darin enthaltenen Quarantäneverhaltensweisen für positiv auf Corona getesteten Personen und deren Haushaltsangehörigen sowie für symptomatische Personen bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses.

Für Detail-Informationen nutzen Sie bitte den

Download der Quarantäneverordnung des Landes NRW in der aktuell gültigen Fassung

Quarantäneverpflichtung auch ohne individuelle Anordnung

Aufgrund der aktuell bundesweit enormen Fallzahlen in der Corona-Pandemie ist es für die Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte zunehmend schwierig, zeitnah Quarantänen für positiv Getestete und deren enge Kontaktpersonen auszusprechen. Die Quarantäne-Anordnungen wurden in der Vergangenheit in jedem Einzelfall dem Betroffenen gegenüber angeordnet und entfalteten damit erst mit Zugang der entsprechenden Verfügung ihre Wirkung.  

Inzwischen erhalten positiv auf Corona getestete Personen die Ergebnisse des Tests häufig früher als das Kreisgesundheitsamt. Das heißt, dass zwischen Kenntnis des Testergebnisses und Erhalt der Quarantäneverfügung durch den/die Betroffene/n ein nicht unbedeutender Zeitraum vergehen kann. Eine Verzögerung bei der erforderlichen Isolierung positiv getesteter Personen und der mit ihnen unmittelbar in einem Haushalt lebenden Personen steht dem Ziel einer konsequenten Eingrenzung möglicher Ansteckungsketten entgegen.  

Es geht bei diesem Ziel schließlich darum, Infektionsketten möglichst schnell zu durchbrechen. Infizierte Personen und deren Kontaktpersonen sollten aus diesem Grund möglichst schnell in Quarantäne gehen.

Deshalb gilt auch nach der Quarantäneverordnung des Landes folgende Regelung:

Personen, bei denen Krankheitssymptome vorhanden sind und die sich deshalb auf das Coronavirus testen lassen oder einen positiven PoC-Antigen-Test vorliegen haben, müssen sich bis zum Testergebnis in häusliche Quarantäne begeben. Liegt ein negatives Testergebnis vor, endet die Quarantänepflicht.

Positiv auf das Corona-Virus getestete Personen haben sich ab Bekanntwerden des Testergebnisses sofort und unmittelbar in häusliche Quarantäne zu begeben. Es ist nicht gestattet, vor Rückkehr in die Wohnung noch Erledigungen zu tätigen (Einkauf etc.).

Wenn im Zeitpunkt des positiven Testergebnisses keine Krankheitssymptome vorliegen und auch nicht während der Quarantäne auftreten, endet die Quarantäne 10 Tage nach der Testung (nicht dem Testergebnis).

Bei Auftreten von Krankheitssymptomen verlängert sich die Quarantäne solange, bis die Symptome über einen nicht unterbrochenen Zeitraum von 48 Stunden nicht mehr vorliegen.                                                                         

Für Haushaltsangehörige gilt ab dem Zeitpunkt der Testung der mit ihnen in Haushaltsgemeinschaft lebenden infizierten Person eine 14-tägige häusliche Quarantäne.  

Haushaltsangehörige einer positiv auf das Corona-Virus getesteten Person haben das zuständige Gesundheitsamt unter dienst53@kreis-mettmann.de über den Beginn der Quarantäne zu informieren. Für die Zeit der Quarantäne unterliegen sie der Beobachtung durch das Kreisgesundheitsamt.

Für symptomatische Haushaltsangehörige und asymptomatische Haushaltsangehörige in systemrelevanten Berufen wird vom Kreisgesundheitsamt umgehend ein Test auf das Virus SARS-CoV-2 veranlasst. Sonstigen asymptomatische Personen wird eine Testung auf freiwilliger Basis angeboten.

Wenn sich während der Quarantäne keine Symptome entwickeln endet die Quarantäne 14 Tage nachdem der Test bei dem positiv getesteten Haushaltsmitglied vorgenommen wurde (§ 4 Abs. 3 QuarantäneVO). Die Quarantäne kann verkürzt werden, wenn die Personen, die mit einer nach § 3 Absatz 1 QuarantäneVO positiv getesteten Person in häuslicher Gemeinschaft lebt, einen PCR-Test oder Antigen-Schnelltest (PoC) vornehmen lässt und dabei ein negatives Testergebnis erhält. Die zu Grunde liegende Testung darf frühestens 10 Tage nach der Testung des zunächst positiv getesteten Haushaltsmitglieds vorgenommen worden sein.

Infizierte und Haushaltangehörige einer infizierten Person sind außerdem verpflichtet, sich unverzüglich beim Gesundheitsamt zu melden.

Screenshot auf die Internetseite des Kreises Mettmann zu den Quarantäne-Meldeformularen  

Positiv auf das Corona-Virus getestete Personen sind gehalten, unverzüglich alle Personen zu unterrichten, zu denen in den letzten vier Tagen vor Durchführung des Tests oder nach Durchführung des Tests ein enger persönlicher Kontakt bestand.

Die Formulare (Meldung eines positiven Tests, Meldung von Kontaktpersonen) finden sich auf der eigens für das Corona-Thema geschalteten Internetseite des Kreises
www.sonderlage-kreis-mettmann.de

Über die Quarantäne von Personen außerhalb des eigenen Haushalts, die engen persönlichen Kontakt zu infizierten Menschen hatten, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt je nach Intensität des Kontaktes individuell. Diese werden über den Kreis Mettmann kontaktiert, nachdem sich dieser auf Ihre Meldung mit Ihnen in Verbindung gesetzt hat. Hier ist der Kreis Mettmann auf Ihre Angaben angewiesen, damit auch diese Personen ermittelt und ggf. in Quarantäne versetzt werden können. Deshalb ist es wichtig, dass die Personen mit positiven Testergebnis möglichst im Vorfeld der Rücksprache mit dem Kreis ermitteln, mit welchen Personen sie in den letzten Tagen vor der Testung Kontakt hatten.

Diese Erfassung geschieht am schnellsten auf der eigens für das Corona-Thema geschalteten Internetseite des Kreises www.sonderlage-kreis-mettmann.de unter der „Rubrik Meldung von Kontaktpersonen“.

Bescheinigungen für Schule und Arbeitgeber

Bescheinigungen über die Geltung der Quarantäne können Sie beim Kreis Mettmann unter der E-Mail-Adresse dienst53@kreis-mettmann.de anfordern.

Was gilt in einer Quarantäne?

Sie müssen sich ab sofort nur noch in Ihrer Wohnung in Langenfeld aufhalten und dürfen diese nicht verlassen – auch nicht zum Einkaufen oder um Ihren Hund auszuführen. In Mehrfamilienhäusern ist auch der Gang zum Briefkasten oder in die Waschküche unzulässig.

Neben den Haushaltsangehörigen und den in § 30 Abs. 4 IfSG genannten Personen (insbesondere Arzt / Pflegekräfte) sind keine weiteren Besuche oder Kontakte von Dritten zugelassen.

Minimieren Sie soweit möglich die Kontakte zu anderen Personen. Dies gilt insbesondere für Kontakte an Ihrer Haustüre/Wohnungstüre (z.B. bei der Entgegennahme von Anlieferungen). Halten Sie mindestens 3m Abstand, tragen Sie eine Mund-Nase-Bedeckung (Alltagsmaske / Schal / Tuch etc.) und halten Sie die allgemeinen Hygienevorschriften ein.

Sollten Sie Versorgungsengpässe haben, die Sie anderweitig nicht lösen können, können Sie sich an die Stadtverwaltung Langenfeld über die Email: einkaufshilfe@langenfeld.de wenden.

In Ihrem Haushalt sollen Sie nach Möglichkeit eine zeitliche und räumliche Trennung von den anderen Haushaltsmitgliedern einhalten. Idealerweise nehmen die infizierten Personen ihre Mahlzeiten in einem abgesonderten Raum zu sich.
Bis zum Ende der Absonderung müssen Sie zweimal täglich Ihre Körpertemperatur messen, täglich ein Tagebuch zu Symptomen, Körpertemperatur, allgemeinen Aktivitäten und Kontakten zu weiteren Personen führen (für die zurückliegenden Tage, soweit Sie sich erinnern).

Halten Sie beim Husten und Niesen mindestens 1 bis 2m Abstand zu anderen und drehen Sie sich weg; halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase oder benutzen Sie ein Taschentuch, das sie sofort entsorgen. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife für mindestens 20 bis 30 Sekunden und vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund.

Diese und weitere Regeln und Informationen finden Sie auch zum Download in den

Informationen und Verhaltensregeln zur häuslichen Absonderung


Rechtliche Hinweise

Für den durch die Absonderung erlittenen Verdienstausfall erhalten Sie auf Antrag eine Entschädigung nach den Regelungen des § 56 IfSG.

Sollten Sie den Ihre Absonderung betreffenden Anordnungen nicht nachkommen, so hat die Absonderung zwangsweise durch Unterbringung in einer geeigneten abgeschlossenen Einrichtung zu erfolgen. Das Grundrecht der Freiheit der Person (Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes) kann insoweit eingeschränkt werden. Buch 7 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit gilt entsprechend.

Ein Verstoß gegen die getroffenen Regelungen ist gemäß § 75 IfSG eine Straftat und kann mit Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder Geldstrafe, im Fall einer Weiterverbreitung einer Infektion mit Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis zu 5 Jahren geahndet werden.

Der Text der Allgemeinverfügung „Anordnung von Quarantäne für positiv auf Corona getestete Personen und deren Haushaltsangehörige sowie für symptomatische Personen bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses“ ist im Amtsblatt des Kreises veröffentlicht und ab sofort auf der Homepage des Kreises Mettmann abrufbar.

Mehr Infos

www.sonderlage-kreis-mettmann.de