Wohnungsbauprojekt des Bauvereins: Bürgermeister schlägt Ausschuss Stopp des Verfahrens vor

Es gehört nicht zur regelmäßigen Praxis im Langenfelder Rathaus, dass der Bürgermeister sich in einzelne Bebauungsplan-Verfahren einbringt, doch die Ereignisse der letzten Tage und Wochen im Zusammenhang mit dem vom Bauverein Langenfeld zwischen Martinstraße und Richrather Straße geplanten Wohnungsbauprojekt veranlassen Frank Schneider nach eigenen Angaben zum Eingreifen:

„Ich werde dem nächsten Planungsausschuss vorschlagen, dass das B-Plan-Verfahren für dieses Projekt gestoppt wird, da der Bauverein hier weit von dem abweicht, was unser Strategiekonzept Wohnen für diesen Bereich in Sachen sozialer Wohnungsbau vorsieht“.

Das im vergangenen Jahr durch die Stadtverwaltung aufgestellte und durch die Politik beschlossene Konzept sah in dem Bereich zwischen Martinstraße und Richrather Straße sozialen Wohnungsbau für 28 bis 36 Wohneinheiten vor.

„Damals waren wir dankbar, dass sich der Bauverein bereit erklärte, diesen Bedarf an Sozialwohnungen auf seinem Gelände zu realisieren, so dass ein entsprechender Aufstellungsbeschluss auf den Weg gebracht wurde. Was der Vorstand mit Herrn Dedeck an der Spitze später vorlegte, war weitaus größer, als das im Strategiekonzept festgeschriebene Bauvolumen und berücksichtigte den sozialen Wohnungsbau nur noch teilweise“, so der Bürgermeister.

Diese vergrößerte Version des eigentlich ausschließlich für Sozialwohnungen im Strategiekonzept festgeschriebenen Wohnungsbau-Vorhabens habe aus Sicht des Bürgermeisters für verständlichen Unmut aus der umliegenden Anwohnerschaft gesorgt.

Dennoch steht Frank Schneider weiterhin für den Bau von Sozialwohnungen in einem für das Umfeld größenverträglichen Maß. Da hier eine auch für ihn nicht tragbare Überdimensionierung des Projektes verbunden mit einer Nutzung über den sozialen Wohnungsbau hinaus vorgesehen sei, werde er dem Planungs- und Umweltausschuss sogar die Einstellung des Bebauungsplan-Verfahrens vorschlagen, wenn der Bauverein das Projekt nicht auf das vorher zugesagte Maß reduziert.

Einen weiteren Zweifel an der Seriosität der Vorgehensweise des Bauvereins-Vorstandes hat Frank Schneider angesichts einer durch den Vorstand initiierten Umfrageaktion mit Unterschriftenliste für die XXL-Version des Projektes, mit der aus seiner Sicht die Mitglieder des Bauvereins gegeneinander ausgespielt werden sollen. Außerdem werde in dem Begleitschreiben zu der Aktion nicht mehr von dem im Strategiekonzept festgeschriebenen sozialen Wohnungsbau gesprochen, sondern von „preisgedämpften Seniorenwohnungen“ mit angeschlossener Sozialstation sowie auch frei finanzierten Wohnungen.

Es werde, so der Bürgermeister, also eine völlig andere Sachlage verkauft, um das Vorhaben im Sinne des Vorstandes schmackhaft zu machen und einen künstlichen Gegenpol zu der Unterschriften-Aktion der Anwohner zu erzeugen, die gegen die überdimensionierte Bebauung sind.

„Da der Bedarf an Sozialwohnungen aber auch nach einer möglichen Verfahrens-Einstellung bestehen bleibt, werden wir als Stadtverwaltung nach alternativen Standorten suchen, wo die im Strategiekonzept empfohlene Zahl an Wohneinheiten entstehen kann“, verliert der Bürgermeister das Kernziel bei allem Unverständnis für das Vorgehen des Bauvereins-Vorstandes nicht aus den Augen.

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