Nacharbeiten des Chempark-Betreibers Currenta: „Vertrauen erschüttert"
Bürgermeister Frank Schneider macht seinen Unmut über Nacharbeiten des Leverkusener Chempark-Betreibers Currenta nach der Explosion mit starker Rauchentwicklung am 27. Juli Luft.
„Im Nachgang wurde über die Feuerwehr unserer Stadt versucht, etwaige Schadstoffniederschläge in Erfahrung zu bringen, weil der Stadtteil Reusrath an den stark betroffenen Leverkusener Stadtteil Opladen angrenzt. Die Auskunft lautete am vergangenen Donnerstag, dass es keine Meldungen aus dem Stadtgebiet Langenfeld gegeben habe“, so Frank Schneider. „Aufgrund von Bürgerfragen habe ich vergangene Woche den damaligen Sachstand öffentlich gemacht. Mittlerweile hat das LANUV NRW aber eine Rauchgasmodellierung veröffentlicht, die genau diese Information widerlegt.“
Dem Bürgermeister liegen mindestens zwei weitere Fälle vor, in denen Langenfelder Bürgerinnen und Bürger sich an die Currenta-Hotline gewendet haben und bisher keinerlei Antwort oder Mitteilungen erhalten haben. In einem Fall war eine handtellergroße Rußablagerung im Garten aufgetreten, im anderen Fall gab es Ablagerungen im Gartenpool. Frank Schneider ärgert sich, dass erst auf persönliche Intervention der Stadt überhaupt Kontakt mit den Betroffenen aufgenommen wurde.
Das Langenfelder Stadtoberhaupt fordert Currenta auf, im Sinne einer vertrauensvollen und guten Nachbarschaft zum Chempark Leverkusen ihre bisherige Haltung zu überdenken und auch in eine Kommunikation mit der Stadt Langenfeld einzutreten. Dazu gehöre in erster Linie die Zusicherung, alle Meldungen auf Langenfelder Stadtgebiet und die gegebenenfalls veranlassten Maßnahmen der Stadtverwaltung unverzüglich mitzuteilen. Des Weiteren sei es unbedingt erforderlich, alle erforderlichen Messungen an den gemeldeten Stellen schnellstmöglich vorzunehmen.
Frank Schneider abschließend: „Die Stadt Langenfeld und ihre Bevölkerung sind sich der besonderen Lage und der besonderen Gefahren, die die Nähe zum größten europäischen Chemieverbund mit sich bringen bewusst. Letztlich profitiert die gesamte Region auch von der wirtschaftlichen Dynamik, die die chemische Industrie hier vor Ort bedeutet. Es ist aber unabdingbar, dass diese besondere Verantwortung mit einer offenen Krisenkommunikation und von gegenseitigem Vertrauen gestützt gelebt wird. Dieses Vertrauen ist durch die bisherige Nacharbeit des Vorfalls erschüttert.“