81 Jahre danach: Gedenken an die durch das Nazi-Regime 71 Ermordeten am Wenzelnberg
Am vergangenen Montag jährte sich das schrecklichste Verbrechen auf unserem Stadtgebiet bereits zum 81. Mal. Am 13. April 1945 wurden in der Wenzelnberg-Schlucht 71 Menschen durch das Nazi-Regime ermordet – nur wenige Tage vor der Befreiung durch die amerikanischen Truppen.
Das alljährliche Gedenken an diese noch heute unvorstellbaren Morde wurde am Sonntagvormittag auf Einladung der Stadt Langenfeld ausgerichtet. Die inhaltliche Gestaltung des Gedenkens liegt im jährlichen Wechsel neben der Stadt Langenfeld in den Händen der weiteren beteiligten Städte Wuppertal, Solingen, Leverkusen, Remscheid und Leichlingen die heute ebenfalls mit Oberbürgermeistern und Bürgermeistern sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus der Lokal-, Landes- und Bundespolitik teilnahmen.
Bürgermeister Gerold Wenzens betonte in seiner Ansprache unter anderem, dass wir alle in der Verantwortung stehen, „für ein Zusammenleben, das Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt nicht zulässt.“
Er unterstrich, dass alle, die sich an dem Gedenken beteiligen beweisen, „dass wir nicht bereit sind zu vergessen und auch 81 Jahre nach dem Verbrechen, das sich hier ereignete, nicht müde werden, aus voller Überzeugung zur rufen: Nie wieder!“
Die Mahnung, dass es ein solches Schreckensregime nie mehr geben darf, war auch Inhalt des Redebeitrages der Vetreterin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Alexandra Mehdi aus Solingen.
Eine aufrüttelnde, emotionale Symbolperformance mit dem Titel „Gemeinsam erinnern und Verantwortung tragen - Nie wieder leise!“ steuerte das Langenfelder Konrad-Adenauer-Gymnasium unter der Leitung der Lehrerin Janina Konietzny zu dem Gedenken bei.
Nicht weniger emotional wirkten die musikalischen Beiträge auf die etwa 300 Teilnehmenden an der Gedenkveranstaltung. Ein Gemeinschafs-Chor des Langenfelder AWO-Chors und des Langenfelder Kinder- und Jugendchores (LAKIJUC) unter der Leitung von Britta von Anklang sang Lieder des Abschieds, der Unterdrückung und des Protests („Wer kann segeln“, „Donna Donna“, „Die Gedanken sind frei“).
Wie in jedem Jahr endete das Gedenken mit dem von allen Anwesenden gemeinsam intonierten „Lied der Moorsoldaten“.
