Nächster Halt Burbach – Dem Abwasser auf der Spur: Infokampagne zum Langenfelder Abwassersystem
Die Infokampagne der Verbraucherzentrale NRW „Nächster Halt Burbach – Dem Abwasser auf der Spur“ ist gestartet. Sie informiert über die Trennkanalisation und die Gefahren von Fremdstoffen wie Abfällen und Arzneimitteln im Abwasser.
Durch anschauliche Aktionen und Veranstaltungen vor Ort wird erklärt, wie das Trennsystem funktioniert, welche unsichtbaren Spurenstoffe unseren Wasserkreislauf belasten und wie der Gewässerschutz direkt im Alltag funktioniert.
Warum das Thema jeden Einzelnen betrifft
Wasser ist unsere wertvollste Lebensgrundlage, und der Schutz unserer lokalen Natur geht uns alle an.
Die Kampagne zeigt, dass Umweltschutz im Badezimmer und in der Küche beginnt: Wer weiß, dass der Gully keine Mülltonne ist und Medikamente nicht in die Toilette gehören, schützt aktiv die Gewässer vor seiner Haustür.
Thematischer Hintergrund
Die Kampagne startet in Langenfeld, weil hier das sogenannte Trennsystem für das Abwasser im Alltag greift.
Anders als im Mischsystem fließen Regenwasser und Schmutzwasser in Langenfeld in zwei streng getrennten Kanalsystemen – vergleichbar mit zwei verschiedenen Buslinien.
Während das Schmutzwasser aus Haushalten, Industrie und Gewerbe in der Kläranlage gereinigt wird, gelangt das Regenwasser aus den Kanälen ungereinigt und direkt in die Umwelt.
Genau hier liegt das Risiko: Wenn schädliche Stoffe wie Chemikalien falsch entsorgt werden, belasten sie die lokalen Gewässer unmittelbar.
Zudem haben Starkregenereignisse in den letzten Jahren deutlich zugenommen und nur durch gezielte Vorsorge, wie etwa Trennsysteme und Entsiegelung, lässt sich verhindern, dass diese extremen Wetterlagen zu katastrophalen Umweltbelastungen führen.
Plakate und Aufkleber im Stadtgebiet
Im Verlauf der Kampagne werden den Bürger Plakate und Aufkleber an verschiedenen Stellen der Stadt auffallen, die in Anspielung auf ein Busliniennetz auf die Trennung von Regenwasser- und Schmutzwasserleitung aufmerksam machen, die jeweils einen anderen Verlauf nehmen.
1. Mitmachen und dabei sein
Von der Kanaldeckel-Schnitzeljagd über den Cleanup Day bis zum Brettspiel „Kanalchaos“ gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Thema Abwasser spielerisch und praktisch zu erkunden.
- Ab 31.08.2026: Beginn der Kanaldeckel-Schnitzeljagd
Mit spannenden Informationen rund ums Abwasser und die Chance auf einen Gewinn. Dieser kann während der Öffnungszeiten in der Verbraucherzentrale Langenfeld, Konrad-Adenauer-Platz 1, oder an den Infoständen abgeholt werden. - 01.10.2026 | 16:00 - 19:00 Uhr: Spielenachmittag Unterwegs im Untergrund
Für Spielebegeisterte ab 7 Jahren in der Stadtbibliothek - 21.10.2026 | 13 Uhr: Spielenachmittag Unterwegs im Untergrund
Das neue Brettspiel rund um das Thema Abwasser beim Ferienprogramm im Kinderhaus. - 25.11.2026 | 18 Uhr: PFAS im Abwasser
Vortrag mit Kerstin Effers, Verbraucherzentrale NRW, im Wiescheider Treff, Alt Wiescheid 20a - Weitere Vorträge sind in Planung, aber noch nicht teminiert
2. Bildungsworkshop "Vom Abwasser zum Trinkwasser"
Das Bildungsangebot der Umweltberatung wird in Kooperation mit dem Bildungszentrum für Umwelt- und Klimaschutz im September und Oktober für 3. und 4. Klassen an der Wasserburg angeboten. Auch danach kann das Angebot weiter gebucht werden.
3. Ins Gespräch kommen
Infostände laden zum Austausch und zu Gesprächen rund um Abwasser und Gewässerschutz ein.
- 20.09.2026 | 11:00–18:00 Uhr: Herbstfest Haus Graven
- 26. und 27.09.2026 | 11:00–18:00 Uhr: Kunsthandwerkermarkt
4. Die Ausstellung entdecken
Im Rathausfoyer gibt es dazu einiges zu entdecken: Eine „Entchendemo“ mit Quietscheentchen, kreative Plakate im Stil eines Busliniennetzes und praktische Tipps rund um Abwasser, Regenwassernutzung und Entsiegelung
- 31.08.2026 - 18.09.2026 im Rathausfoyer
- ab 01.10.2026 - 30.10.2026 im DRK-Treffpunkt „Lebenslust“
Projektpartner
Finanziert und umgesetzt wird die Kampagne durch das Projekt KluGe („Anpassung an die Folgen des Klimawandels und umweltbewusste Grundstücksentwässerung und Abwasserentsorgung“) und die Umweltberatung Langenfeld in Kooperation mit dem Klimaschutzteam der Stadt Langenfeld.
Häufig gestellte Fragen
- Sind die Straßeneinläufe (Gullys) am Rand an das Regenwasser- oder Schmutzwasser angeschlossen?
- Antwort: Die klassischen Straßeneinläufe am Fahrbahnrand sind im Trennsystem ausschließlich für das Regenwasser gedacht. Sie leiten das Niederschlagswasser direkt in den Regenwasserkanal, von wo aus es – meist ohne den Umweg über die Kläranlage – in lokale Gewässer gelangt.
- Warum läuft bei starkem Regen manchmal braune Brühe aus den Schachtdeckeln, obwohl wir ein Trennsystem haben?
- Antwort: Wenn Regenwasser so massiv und schnell anfällt, dass die Kanäle oder die Straßenoberfläche überlastet sind, kann es zu Rückstaus kommen. Zudem spült Starkregen oft Erde, Laub und Schmutz von der Straße in die Einläufe, was zu temporären Verunreinigungen an der Oberfläche führt.
- Darf ich Regenwasser von meinem Grundstück einfach in jeden beliebigen Straßeneinlauf leiten?
- Antwort: Nein. Im Trennsystem müssen Regen- und Schmutzwasser auf dem Grundstück strikt getrennt bleiben. Regenwasser darf nur in den Regenwasserkanal (oder in entsprechende Versickerungsanlagen) eingeleitet werden. Eine Fehleinleitung in den Schmutzwasserkanal ist unzulässig, da sie die Kläranlagen unnötig belastet.
- Warum müssen Schmutzwasser- und Regenwasserleitungen überhaupt getrennt werden?
- Antwort: Das Trennsystem schützt die Kläranlagen vor hydraulischer Überlastung bei starkem Regen. Da das Regenwasser sauber ist, muss es nicht aufwendig gereinigt werden und kann direkt in Bäche oder Flüsse geleitet werden, was den natürlichen Wasserkreislauf schont. Das Schmutzwasser aus Haushalten fließt dagegen gezielt zur Kläranlage.
- Was passiert, wenn Chemie, Farbe oder Öl in den Straßen-Gully (Regenwasser) geschüttet wird?
- Antwort: Da Straßen-Gullys direkt an den Regenwasserkanal und damit an die nächste Naturvorflut (Bach oder Fluss) angeschlossen sind, gelangen giftige Stoffe ungefiltert in die Umwelt und können dort ökologische Schäden verursachen. Chemikalien gehören daher niemals in den Straßenablauf. Unser Trinkwasser wird streng kontrolliert und ist sicher – damit das so bleibt, sollten alle Bürger:innen mithelfen und Abfälle und Substanzen wie Farbe etc. sachgemäß entsorgen. Mehr Infos zur richtigen Entsorgung gibt es auf der Webseite der Stadt Langenfeld: Langenfeld - Problemabfälle
- Wer ist eigentlich für die Instandhaltung der Kanaldeckel vor meiner Haustür verantwortlich?
- Antwort: Die Deckel und die darunterliegenden Hauptkanäle im öffentlichen Straßenraum werden durch die Stadt Langenfeld gereinigt und instand gehalten. Liegt der Schacht allerdings auf dem privaten Grundstück, sind die Eigentümer für Wartung und Verkehrssicherungspflicht zuständig, und zwar vom Haus bis zum Kanal der Stadt.
- Warum klappern manche Kanaldeckel so laut, wenn Autos darüberfahren, und an wen kann man das melden?
- Antwort: Klappernde Deckel entstehen, wenn sich Schmutz unter dem Deckel angesammelt hat, oder auch durch Materialverschleiß. Der Deckel liegt dann nicht mehr gerade auf und klappert. Bürgerinnen und Bürger können solche Mängel direkt über den Mängelmelder der Stadt Langenfeld anzeigen.