Page 6 - L aktuell - Magazin für die Stadt Langenfeld
P. 6

Abriss der ara-Hallen startet - Meilenstein eines

            bedeutenden innerstädtischen Entwicklungsprojektes


            Mit dem Beginn der Rückbauarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen ara-Hallen startet in diesem Frühjahr
            ein wichtiger Meilenstein für eines der bedeutendsten innerstädtischen Entwicklungsprojekte der vergange-
            nen Jahre. Über rund sechs Monate hinweg werden die bestehenden Hallenstrukturen schrittweise zurückge-
            baut. Damit wird der Weg frei für ein neues, gemischt genutztes Wohnquartier.

            Von Stefan Pollmanns

                                                           ergänzenden gewerblichen Nutzungen. Die Planung
                                                           sieht zudem eine autoarme beziehungsweise weit-
                                                           gehend autofreie Siedlungsstruktur vor. Ein weiterer
                                                           Schwerpunkt liegt auf nachhaltiger Stadtentwicklung,
                                                           unter anderem durch die Umsetzung  des Schwamm-
                                                           stadtprinzips, das Regenwasser vor Ort aufnimmt und
                                                           so zu einer gedrosselten Versickerung beiträgt – bei
                                                           zunehmenden  Starkwetterereignissen  eine wichtige
                                                           Komponente. Die Grundlage dafür bildet eine umfas-
                                                           sende Rahmenplanung, die aus einem städtebaulichen
            In den Hallen der ara wurde in den letzten Wochen hochkarätige
            Wall-Art internationaler Graffiti-Künstler geboten.   Wettbewerb hervorgegangen ist.
                                         Foto: Stefan Pollmanns
            Der Rückbau umfasst ein beträchtliches Bauvolumen:   Wall Art soll Bestandteil der
            Insgesamt werden rund 147.000 Kubikmeter umbau-  Innenstadt-Gestaltung werden
            ter Raum abgetragen. Dabei fallen unter anderem
            über 11.000 Kubikmeter Beton und Bauschutt, etwa 48   In den vergangenen Monaten hat sich das ara-Ge-
            Tonnen Holz, rund 13.000 Quadratmeter Pflaster- und   lände zu einem lebendigen Treffpunkt der Street-
            Asphaltflächen sowie etwa 2.220 Neonröhren mit Lam-  Art-Szene entwickelt. Neben zwei Langenfelder
            penkörpern an.                                  Künstlern waren bereits Kreative aus ganz Deutsch-
                                                            land und Europa – unter anderem aus den Nieder-
            Die Arbeiten erfolgen in vier aufeinanderfolgenden   landen, der Ukraine und der Schweiz – vor Ort, um
            Phasen. Zunächst werden die Gebäude entrümpelt und   den besonderen „Spot“ zu nutzen. Wall-Art ist dabei
            verbliebenes Mobiliar sowie loser Müll entfernt.  An-  nicht nur an den sogenannten „Lost Places“ hoch im
            schließend wird schadstoffbelastete Bausubstanz sepa-             Kurs, sondern soll auch eine
            riert, bevor die Hallen vollständig entkernt und sämt-            tragende Rolle im Zuge der
            liche  technischen Anlagen ausgebaut werden. Erst im              Gestaltung unserer Langen-
            letzten Schritt folgt der eigentliche Abbruch der unbelas-        felder Innenstadt werden,
            teten Gebäudestrukturen. Erfreulich: Die zuvor durchge-           die auf der Agenda von Bür-
            führten Schadstoffuntersuchungen ergaben nur wenige               germeister Gerold Wenzens
            belastete Bauteile.                                               einen Platz ganz oben auf der
                                                                              Agenda einnimmt. Erste Farb-
                       Entwicklung eines neuen                                tupfer wurden bereits auf ei-
                       innerstädtischen Quartiers                             nigen Stromkästen gesetzt,
                                                            Ein bereits bestehender   wie hier vor dem  Langen-
            Der Rückbau erfolgt dennoch unter strenger Einhaltung   Farbtupfer in der Innen-  felder Rathaus. Es gibt aber
            aller gesetzlichen Vorgaben und in enger Abstimmung   stadt ist unter anderem   noch viele weitere Ideen, wo
            mit der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde. Nicht alle Ge-  dieser mit Graffiti-Kunst   Kreativität und Farbenfreude
                                                            gestaltete Stromkasten
            bäude verschwinden vom Gelände. Das ehemalige Ver-  vor dem Rathaus.   unser Stadtbild mittelfristig
            waltungsgebäude bleibt erhalten und wird in die zukünf-           prägen sollen – auch was die
            tige Quartiersentwicklung integriert.           Stadtmöblierung im Sinne einer gesteigerten Auf-
            Der Abriss markiert den sichtbaren Beginn der Trans-  enthaltsqualität angeht. „Wir werden der Öffentlich-
            formation des ehemaligen Gewerbestandortes. Ziel ist   keit schon bald konkrete Ideen vorstellen können“,
            die Entwicklung eines gemischten Wohnquartiers mit   verspricht der Bürgermeister.




            Seite 6
   1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11