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Abriss der ara-Hallen startet - Meilenstein eines
bedeutenden innerstädtischen Entwicklungsprojektes
Mit dem Beginn der Rückbauarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen ara-Hallen startet in diesem Frühjahr
ein wichtiger Meilenstein für eines der bedeutendsten innerstädtischen Entwicklungsprojekte der vergange-
nen Jahre. Über rund sechs Monate hinweg werden die bestehenden Hallenstrukturen schrittweise zurückge-
baut. Damit wird der Weg frei für ein neues, gemischt genutztes Wohnquartier.
Von Stefan Pollmanns
ergänzenden gewerblichen Nutzungen. Die Planung
sieht zudem eine autoarme beziehungsweise weit-
gehend autofreie Siedlungsstruktur vor. Ein weiterer
Schwerpunkt liegt auf nachhaltiger Stadtentwicklung,
unter anderem durch die Umsetzung des Schwamm-
stadtprinzips, das Regenwasser vor Ort aufnimmt und
so zu einer gedrosselten Versickerung beiträgt – bei
zunehmenden Starkwetterereignissen eine wichtige
Komponente. Die Grundlage dafür bildet eine umfas-
sende Rahmenplanung, die aus einem städtebaulichen
In den Hallen der ara wurde in den letzten Wochen hochkarätige
Wall-Art internationaler Graffiti-Künstler geboten. Wettbewerb hervorgegangen ist.
Foto: Stefan Pollmanns
Der Rückbau umfasst ein beträchtliches Bauvolumen: Wall Art soll Bestandteil der
Insgesamt werden rund 147.000 Kubikmeter umbau- Innenstadt-Gestaltung werden
ter Raum abgetragen. Dabei fallen unter anderem
über 11.000 Kubikmeter Beton und Bauschutt, etwa 48 In den vergangenen Monaten hat sich das ara-Ge-
Tonnen Holz, rund 13.000 Quadratmeter Pflaster- und lände zu einem lebendigen Treffpunkt der Street-
Asphaltflächen sowie etwa 2.220 Neonröhren mit Lam- Art-Szene entwickelt. Neben zwei Langenfelder
penkörpern an. Künstlern waren bereits Kreative aus ganz Deutsch-
land und Europa – unter anderem aus den Nieder-
Die Arbeiten erfolgen in vier aufeinanderfolgenden landen, der Ukraine und der Schweiz – vor Ort, um
Phasen. Zunächst werden die Gebäude entrümpelt und den besonderen „Spot“ zu nutzen. Wall-Art ist dabei
verbliebenes Mobiliar sowie loser Müll entfernt. An- nicht nur an den sogenannten „Lost Places“ hoch im
schließend wird schadstoffbelastete Bausubstanz sepa- Kurs, sondern soll auch eine
riert, bevor die Hallen vollständig entkernt und sämt- tragende Rolle im Zuge der
liche technischen Anlagen ausgebaut werden. Erst im Gestaltung unserer Langen-
letzten Schritt folgt der eigentliche Abbruch der unbelas- felder Innenstadt werden,
teten Gebäudestrukturen. Erfreulich: Die zuvor durchge- die auf der Agenda von Bür-
führten Schadstoffuntersuchungen ergaben nur wenige germeister Gerold Wenzens
belastete Bauteile. einen Platz ganz oben auf der
Agenda einnimmt. Erste Farb-
Entwicklung eines neuen tupfer wurden bereits auf ei-
innerstädtischen Quartiers nigen Stromkästen gesetzt,
Ein bereits bestehender wie hier vor dem Langen-
Der Rückbau erfolgt dennoch unter strenger Einhaltung Farbtupfer in der Innen- felder Rathaus. Es gibt aber
aller gesetzlichen Vorgaben und in enger Abstimmung stadt ist unter anderem noch viele weitere Ideen, wo
mit der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde. Nicht alle Ge- dieser mit Graffiti-Kunst Kreativität und Farbenfreude
gestaltete Stromkasten
bäude verschwinden vom Gelände. Das ehemalige Ver- vor dem Rathaus. unser Stadtbild mittelfristig
waltungsgebäude bleibt erhalten und wird in die zukünf- prägen sollen – auch was die
tige Quartiersentwicklung integriert. Stadtmöblierung im Sinne einer gesteigerten Auf-
Der Abriss markiert den sichtbaren Beginn der Trans- enthaltsqualität angeht. „Wir werden der Öffentlich-
formation des ehemaligen Gewerbestandortes. Ziel ist keit schon bald konkrete Ideen vorstellen können“,
die Entwicklung eines gemischten Wohnquartiers mit verspricht der Bürgermeister.
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