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Magazin der Stadt Langenfeld Rhld.
            Für eine saubere Stadt – Fußspuren

            weisen den Weg zu Papierkörben


            Langenfeld ist eine saubere Stadt. Das sieht nicht nur die Stadtverwaltung selbst so, sondern wird auch durch
            viele Rückmeldungen aus der Langenfelder Bevölkerung und nicht zuletzt von vielen auswärtigen Besuche-
            rinnen und Besuchern regelmäßig bestätigt.

            Von Andreas Voss

                                                           rates in den dafür vorgesehenen Behältnissen nicht nur
                                                           für die jüngsten Langenfelderinnen und Langenfelder
                                                           somit zu einem Vergnügen mit Spaß- und Lerneffekt.
                            Fütter
                            mich!
                                                           Was die Initiatoren beim städtischen Betriebshof be-
                                                           sonders beeindruckte, war die in Kopenhagen durch-
                                                           geführte Studie zu einer solchen Aktion, die dort im
                                                           messbaren Resultat (es wurden einmal vor und einmal
                                                           nach der Fußspuren-Aktion tausende kostenlose Bon-
                                                           bons verteilt) 46 Prozent weniger wild entsorgte Verpa-
                                                           ckungen brachten.

            Etwa 100 Mülleimer in der Innenstadt werden mit den grünen   „Wir erhoffen uns mit dieser Aktion einen spürbaren Ef-
            Fußspuren ins Gedächtnis gerufen.    Fotos: Andreas Voss  fekt mit geringen finanziellen Mitteln“, beschreibt der
                                                           Betriebshof-Leiter die Intention der an etwa 100 Müllei-
            Doch selbstverständlich gibt es auch hier den einen   mern im Innenstadt-Bereich gestarteten Aktion. Zudem
            oder anderen Ort, der sich nicht in das Langenfelder   seien die Fußspuren auf dem Trottoire bewusst in ei-
            Gesamtbild einfügt. „Immer wieder erhalten wir Rück-  nem restlos zu entfernenden Material bestellt worden,
            meldungen über vermüllte Stellen, die wir dann von   damit die Spuren der Aktion nicht noch Jahre danach
            Urat und Müll befreien“, weiß Bastian Steinbacher, Lei-  selbst als Verunreinigung sichtbar bleiben.
            ter des städtischen Betriebshofes, zu berichten.
                                                           Bürgermeister Frank Schneider ist ebenfalls gespannt
            Was ihm und den Kollegen in Orange dabei immer wie-  auf die erhoffte, spürbare zusätzliche Verbesserung
            der auffällt, ist der kuriose Umstand, dass sich die Stel-  der Sauberkeit in unserer Stadt und nimmt diese Akti-
            len, an denen eine verstärkte Verunreinigung auffällt,   on zum Anlass, auch nochmals die bereits im Frühjahr
            häufig im Umkreis von Ruhebänken und in direkter   initiierte „Aktion saubere Straße“ in Erinnerung rufen,
            Nähe zu öffentlichen Mülleimern befinden.      mit der die Stadtverwaltung an die Reinigungspflicht
                                                           vor der eigenen Haustür in den Bürgerstraßen ins Ge-
            „Eigentlich paradox, aber nicht nur in Langenfeld zu   dächtnis bringt.
            beobachten“, sagt Bastian Steinbacher, der in anderen
            Städten recherchiert hat und dort auf eine interessante   „Auch hier können wir von einem mehr als gelungenen
            Aktion gestoßen ist, die nun auch in Langenfeld gestar-  System sprechen, in dem wir
            tet wird.                                      die wenigen Einzelfälle  aber
                                                           dennoch sensibilisieren und
            In Städten wie Berlin oder im dänischen Kopenhagen   motivieren möchten, der seit
            wird dem „Littering“ wie die „Vermüllung“  einzelner   2006 in Bürgerhand überge-
            Plätze international genannt wird, mit kleinen Anstup-  gangenen Pflicht der Straßen-
            sern entgegengetreten.                         reinigung nachzukommen“, so
                                                           Frank Schneiders Appell, auch
            Das Stichwort ist auch hier ein international verwende-  hier für eine rundum saubere Stadt zu sorgen.
            tes und heißt „Nudging“. Auf deutsch und in der Praxis
            bedeutet dies, dass mit visuellen Mitteln, genauer ge-  Der Bürgermeister wiederholt in diesem Zusammen-
            sagt mit auf den Boden geklebten Fußspuren, der Weg   hang, dass letztlich alle Anlieger von einem sauberen
            zum Mülleimer verdeutlicht wird, um zu zeigen, wohin   Straßenbild  partizipieren, denn  es  ist  keine  neue  Er-
            der Müll gehört.                               kenntnis, dass ein sauberes Umfeld auch Sicherheit und
            Mit der für alle verständlichen Aufschrift „Fütter mich“   Lebensqualität vermittelt.
            auf den Papierkörben selbst wird das Entsorgen des Un-



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